Viagra Generika - ein weiter Weg von Indien


viagraViagra feiert in diesem Jahr den 15. Geburtstag. Mit diesem Tag wird der Weg für Generika anderer Pharmakonzernen freigemacht. Verschiedene Unternehmen haben sich die Rechte bereits vor Jahren gesichert. Unter anderem Pfizer selbst.


Man geht davon aus, dass allein in Deutschland mehr als 5 Millionen Menschen an sporadischen oder dauerhaften Erektionsstörungen leiden. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit der Betroffenen. Sind es zwischen 30 und 40 Jahren nur 5 % sind es bereits mit 65 Jahren 20 - 25 % aller Männer betroffen. Eine erektile Dysfunktion liegt immer dann vor, wenn eine Erektionsstörung mehrere Monate beobachtet werden konnte. Früher ging man davon aus, dass sie psychischen Ursprungs und ausschließlich mittels einer Psychotherapie zu behandeln sind.


In der Mitte der Achtziger Jahre jedoch wurde auf einer Konferenz für Urologen auf eindrucksvolle und mutige Weise bewiesen, dass eine Erektion des Penis durchaus auch rein körperliche Aspekte hat. Ein Urologe injizierte sich das Mittel Phentalomin direkt in den Penis bevor er das Podium betrat. Nach einiger Zeit entwickelte sich eine Erektion. Ohne jeden sexuellen Impuls konnte er dem überraschten Publikum eine Erektion präsentieren. Auf diese Weise wurde der Welt bekannt, dass viele einem Irrglauben unterlagen. Noch heut wird das Medikament angewendet. Allerdings ausschließlich bei Betroffenen, die auch von einer Störung der Nerven im Unterleib betroffen sind.


Durch Zufall wurde der synthetische Stoff Sildenafil bekannt. Ursprünglich wurde das Material als Wirkstoff gegen Angina Pectoris (Brustengefühl) getestet in dem britischen Sandwich getestet. Schon bald stellte sich heraus, dass er als Herzmedikament nicht geeignet war. Zum einen ist seine Wirkzeit mit nur 4 Stunden zu kurz und zum anderen wurde zwar der Blutdurchfluss erhöht, aber nicht in dem erhofften Maße. In den Auswertungen der Studien fiel auf, dass einige Männer angaben bei einem sexuellen Impuls leichter eine Erektion erhalten zu haben. Diesem Hinweis nachgehend, entschloss sich der amerikanische Pharmakonzern den Wirkstoff als Potenzmittel anzumelden. Nach mehreren Jahren der Forschung wurde 1998 das Medikament Viagra auf den Markt gebracht. Schon vor dem Erscheinen des Mittels war es in aller Munde. Die Angst, dass der Andrang schnell vorüber gehen würde oder das Medikament nicht den gewünschten Erfolg versprach. Doch nach dem sensationellen Erfolg bei der Markteinführung - innerhalb der ersten vier Wochen wurden mehr als 30 000 Rezepte nur auf amerikanischen Boden ausgestellt- brach der Absatz nicht zusammen. Selbstredend wurde das Medikament durch ein Patent geschützt. 15 Jahre lang sollte es davor schützen kopiert zu werden. Doch gibt es in einigen Ländern keine rechtliche Grundlage für ein pharmazeutisches Medikament. In Indien beispielsweise gibt es kein solches Recht. So konnten die Wirkstoffe und das Rezept der Pille kopiert werden. Medikamente, die auf der Basis von bekannten Substanzen basieren, werden Generika genannt. Nach Ablauf des Patents kann sich ein jeder Pharmakonzern Rechte an dem Medikament erwerben und es unter einem anderen Namen vertreiben. Die Generika sind über das Internet in vielen verschiedenen Namen, unterschiedlichen Dosierungen und Abpackungsgrößen erhältlich. Allerdings dürfen sie nur dann gekauft und verkauft werden, wenn sich der Firmensitz in Indien befindet.


Das bekannteste der Produkte ist Kamagra. Ajanta Pharma wirbt damit nach westlichen Standards zu produzieren. Da der Konzern in Indien keine regelmäßige Kontrolle erfährt, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, welche Inhaltsstoffe sich tatsächlich in den bestellten Packungen befinden. Sicher ist für manche der Preis entscheidend. Da die Krankenkassen sich an den Zahlungen für Potenzmittel nicht beteiligen, sind die Kosten für ein solches Medikament sehr hoch. Man muss bedenken, dass nicht nur die Jahre währende Forschungsarbeit, sondern auch die Investitionen in das Marketing für die Bekanntmachung der Pille sehr hoch waren. Diese Kostenfaktoren bleiben bei der Herstellung und dem Verkauf von Generika sehr gering. Die in dem Sommer dieses Jahres in Deutschland erscheinenden Generika werden aller Wahrscheinlichkeit nach, preiswerter angeboten werden können. Sollte man sich bis dahin noch für indische Generika entscheiden, sollte man beachten, dass nicht alle Produkte von gleich hoher Qualität sind. Ein Merkmal, dass man in eine Fälschung investiert hat, lässt sich teilweise nur sehr schwer feststellen. Vor allem ist wichtig in welcher Verpackung die Pillen ankommen. Sie müssen in jedem Fall in einem Blister eingeschweißt sein. Das ist das einfachste aller Kennzeichen. Ein weiteres hat Pfizer gerade neu entwickelt, um es den Fälschern etwas schwerer zu machen. Denn nicht nur unter einem anderen Namen werden die Generika angeboten, sondern auch als Sonderangebot der Originalware. Viagra hat eine Veränderung in der Verpackung erfahren. So ist die Originalware mit einem Hologramm versehen, das in drei Farben das Firmenlogo zeigt. Die Farbe ist abhängig von dem Einfallswinkel des Lichtes.