PDE-5-Blocker - Wirkungsweise und Alternativen


viagraViagra war das erste Mittel, was auf diesem Wege wirkt. Doch folgten dem Wirkstoff Sildenafil zwei weitere, chemisch verwandte Stoffe (Tadalafil und Vardenafil), die den Betroffenen ein normales Sexleben ohne Einschränkungen erleichtern sollen.


Was für ein schöner Tag als das lang angekündigte Medikament endlich über ein Rezept in den Apotheken zu haben war. 1998. Über viele Jahre hinweg kündigte das Pharmaunternehmen Pfizer an, ein Medikament zu entwickeln, dass bei erektiler Dysfunktion wirkt, ohne dass man sich eine Injektion in den Penis verabreichen muss. Noch dazu eines was ausschließlich dann wirkt, wenn die Person, die das Medikament etwa eine halbe Stunde zuvor eingenommen hat, einen sexuellen Impuls erfährt.


Durch einen Zufall wurde im Jahr 1985 entdeckt, dass die eigentlich für Angina Pectoris, einem Herzengegefühl, getestete synthetische Substanz eine anderweitig nutzbare Nebenwirkung hat. Schon bei den vorhergehenden Untersuchungen wurde klar, dass die synthetische Substanz Sildenalfil nicht als Herzmedikament geeignet ist. Zwar erhört der PDE-5 Blocker die Durchflussgeschwindigkeit des Blutes im Herzen, aber nicht in dem erhofften Maße. Des Weiteren ist die Wirkungsdauer mit lediglich vier Stunden deutlich zu gering. Allerdings berichteten Probanden, dass sie kurz nach der Einnahme des Medikamentes mit einem leichten sexuellen Impuls leicht eine Erregung erhielten. In kürzester Zeit entschied sich Pfizer sich dem Wirkstoff anzunehmen und reichte einen Antrag zu einer Medikamentenstudie für Erektionsstörungen ein. Nach mehr als 10 Jahren Entwicklungs- und Forschungsarbeit kam die Wunderpille auf den Markt, die viele Betroffene mit Ungeduld erwartet hatten. Viagra war in aller Munde - jeder kannte die Pille. Fast glaubte man, sie wäre bekannter als Aspirin, berüchtigter war sie in jedem Fall. Es wurde berichtet, dass mehr als 30 000 Rezepte allein in den ersten vier Wochen nach der Markteinführung mit Viagra ausgestellt wurden.


Nur wenige Jahre, nachdem Viagra mit dem Wirkstoff Sildenafil diejenigen mit Erektionsstörungen von ihrem Leiden, zumindest temporär, befreit hat. Kamen zwei weitere Substanzen auf den Markt, die auf gleiche Weise wirkten und chemisch gesehen mit einander eng verwandt waren. Lange Zeit blieben die Medikamente Cialis und Levitra ohne Aufsehen. Mit der Zeit allerdings konnte sich Cialis zu einem Kassenschlager herauskristallisieren. Der unschlagbare Vorteil dieses Medikamentes ist, dass sich die Wirkungsdauer von vier auf sechsunddreißig Stunden erhöht hatte. Im Volksmund wird das Mittel auch Wochenendpille genannt. Samstagmorgen genommen, kann man ein sexuell ausgefülltes Wochenende genießen. Mit nur einer Pille.


Alle drei Medikamente sind PDE-5 Blocker, die einen sexuellen Impuls oder eine Stimulation voraussetzen. Fehlt dieser kann keine Erektion zustande kommen. Über die Erregung die über Nervenbahnen in den Unterleib weitergeleitet werden, bewirken, dass der Körper einen Stoff namens cyklisches Guanomonophosphat (cGMP) ausschüttet. Um den Schwellkörper herum und im Bereich des Unterleibs befinden sich glatte Muskeln, die aktiv sind, wenn der Penis nicht erigiert ist. Sie regulieren die Durchblutung und verhindern, dass Blut unkontrolliert in den Schwellkörper dringen kann. cGMP bewirkt, dass diese Muskeln erschlaffen. Der Unterleib wird stärker durchblutet und der Schwellkörper füllt sich mit Blut. Damit die Erektion auch wieder verschwindet, muss das cGMP abgebaut werden. Dies geschieht mittels eines Enzyms - Phosphodiesterase - 5 (PDE-5). Es spaltet das cGMP auf. Die Muskeln um den Schwellkörper herum können sich wieder anspannen und das noch vorhandene Blut aus dem Schwellkörper pressen. An dieser Stelle setzen die in den Medikamenten enthaltenen synthestischen Wirkstoffe Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil ein. Sie blockieren das Enzym in seiner Arbeit und die vorhandene Erektion kann länger bestehen bleiben. Selbstredend hält eine Erektion nicht die ganze Wirkzeit über. Wenn die Lust nachlässt und ein Orgasmus oder zwei erfolgt sind, vergeht die Erektion quasi von allein. Möchte man allerdings zu fortgeschrittener Stunde noch einmal sexuell verkehren, kann man eine weitere Erektion erhalten, ohne eine weitere Pille einzunehmen. Die Dosierung sollte durch den Arzt in jedem Falle festgestellt werden. Eine zu hohe Dosierung kann nicht nur das Eintreten der möglichen Nebenwirkungen zu Folge haben, sondern auch zu einer andauernden Erektion führen. In diesem Fall sollte man nach spätestens 4 Stunden den Arzt aufsuchen oder in ein Krankenhaus fahren, um gesundheitliche Schäden im Intimbereich zu vermeiden.


Doch sind die PDE-5Blocker nicht für alle Betroffenen gleichermaßen geeignet. Gänzlich von der Einnahme abzuraten ist, wenn die Patienten bereits an einer Herzkrankheit leiden und Medikamente zu sich nehmen, die Nitrate enthalten.


PDE-5 Blocker wirken ausschließlich, wenn der sexuelle Reiz über die Nerven weitergeleitet werden kann. Sind Nervenbahnen gestört, können die Medikamente nicht wirken. Betroffene dieser Erkrankung haben dann die Möglichkeit die Erektionen über eine Injektion eines Muskelerschlaffenden Medikamentes zu nehmen wie etwa Phentalomin oder ein Medikament über ein kleines Röhrchen in die Harnröhre einzuführen. Beide Wege sind ungleich unangenehmer, aber eventuell der einzige Weg für einen sexuellen Höhepunkt. Ein letzter Schritt ist zumeist eine Operation, in der der Schwellkörper durch eine künstliche Lösung ersetzt wiuyhhhhh