Das Patent endet - Was nun?


viagraIn diesem Jahr werden die Hersteller bisheriger Generika für Viagra wahrscheinlich hohe Einbußen im Gewinn hinnehmen müssen. Das Patent läuft im Sommer aus und die fertigen Pillen von den Herstellern dieser Generika stehen in den Starlöchern. Im Juli beginnt der Verkauf. Ratiopharm wird ebenso dabei sein, wie Pfizer selbst.


Seit 1998 ist das Wundermittel Viagra auf dem Markt und wurde sogleich von einem Patent geschützt. Nach nunmehr 15 Jahren Laufzeit des Patentes kann auf eine Reihe glücklicher Gesichter und eine hohe Zahl verkaufter Produkte zurückgeblickt werden. Wahrscheinlich hätten nur sehr wenige geglaubt, dass die Pille so gut einschlagen würde. Der Amerikanische Apothekenverband gab bekannt, dass allein in den ersten vier Wochen nach Markteinführung des Produktes mehr als 30 000 Rezepte ausgestellt wurden. Man befürchtete, dass die Verkaufszahlen sinken würden. Doch das taten sie nicht. 5 Jahre später kamen Konkurrenzprodukte mit einem anderen Wirkstoff auf den Markt. Auch hier blieb erst einmal der befürchtete Einbruch aus. Mit den Jahren allerdings, gewannen die Medikamente Levitra und Cialis immer mehr an Bedeutung. Cialis hat eine deutlich längere Wirkzeit. 36 Stunden hält die Wirkung an. Aus diesem Grund wird sie auch die Wochenendpille genannt. Nicht ganz so lang, aber doch länger als Viagra, wirkt Levrita. Die Tablette mit dem Wirkstoff Vardenafil verspricht bis zu 12 Stunden. Interessant sind allerdings vor allem die vergleichsweise geringen Nebenwirkungen. Auch die beiden Medikamente sind über ein Pharmaziepatent bis 2018 geschützt.


In einigen Ländern, so etwa Indien, gibt es keine rechtlichen Grundlagen für ein Pharmaziepatent. Dort ansässige, seriöse und unseriöse Pharmakonzerne haben die Möglichkeit unter einem anderen Namen ein Medikament auf den Markt zu bringen, das auf dem gleichen Wirkstoff basiert. Im Fall von Viagra auf Sildenafil. Das bekannteste, so genannte Gernerikum ist Kamagra. Das Pharmaunternehmen Ajanta Pharma gibt an, dass sie ihre Produkte nach westlichem Standard produzieren und alle Kriterien einer sterilen Herstellung einzuhalten. So soll eine gleichbleibende Qualität gewährleistet werden. Alle Tabletten werden in einem Blister verpackt und sind über einen Prägedruck mit dem Herstellungsdatum und dem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen. Das ist bei den Generika, die in Indien und anderen Ländern ohne Pharmaziepatent, keine Selbstverständlichkeit. Oftmals werden sie unter sehr dubiosen Bedingungen hergestellt. Die verwendeten Materialien und Chemikalien sind ebenso in Frage zu stellen. Teilweise wird unter Generika kein Medikament mit dem gleichen Wirkstoff verstanden, sondern eine Fälschung, die dem Originalmedikament ähnelt. Das ist allein schon an den Nebenwirkungen zu merken. Oftmals liest man von Erfahrungsberichten, die sehr negativer Natur sind: so bleibt oftmals die Wirkung aus oder die Nebenwirkungen sind so ausgeprägt, dass sich eine weitere Einnahme nicht empfehlen würde. Und die Gesundheit über einen längeren Zeitraum gefährdet wäre.


Um Fälschungen zu vermeiden lohnt es sich auf einige Kleinigkeiten zu achten. Ein zu gutes Angebot für ein Originalmedikament ist meist kein gutes Angebot. Warum sollte der hohe Preisunterschied vorhanden sein - dazu gibt es keinen Grund! Vielmehr bietet es Anlass zur Skepsis. Die sollte vor allem bestehen, wenn die Betroffenen ein Originalmedikament wie Viagra gekauft haben und es in einem losen Plastikröhrchen daheim ankommt. Es ist ein ziemlich sicheres Zeichen, dass man einer Fälschung aufgelaufen ist. Doch auch die Produzenten von gefälschten Waren werden immer trickreicher: nicht nur, dass die Ware in einem verschweißten Blister ankommt, meist ist auch die Verpackung identisch. Dem möchte das Pharmaunternehmen Pfizer entgegenwirken, indem es auf seine Verpackungen ein Hologramm aufbringt. In Abhängigkeit verschiedenen Lichteinflusses, verändert sich die Färbung des Hologramms. Obwohl diese Technik vergleichsweise aufwändig ist, lohnt sich der Blick darauf doch. Es bietet dem Konsumenten ein bisschen mehr Sicherheit und dem Unternehmen eine Möglichkeit Fälschungen mit gleichem Namen leichter zu erkennen.


In den nächsten Monaten wird sich wahrscheinlich auch im Bereich der Generika einiges ändern. Das Patent von Viagra läuft ab und verschiedene Pharmaunternehmen, die sich bereits vor Jahren die Rechte an dem Medikament gesichert haben, stehen schon in den Startlöchern, um ihr eigenes Medikament herauszubringen. Allen voran ein Pharmaunternehmen, das sich auf die Produktion von Generika spezialisiert hat. Ja, es gibt ab Sommer dieses Jahres auch was von Ratiopharm. Aber auch Pfizer selbst bringt ein Alternativmedikament mit dem Wirkstoff Sildenafil auf den Markt. Für die Verbraucher ist das ein glückliches Ereignis. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Preise für die neu erscheinenden Generika fallen werden. Vielleicht greifen dann auch einige Betroffene lieber auf ein Produkt zurück, das einer ständigen Überwachung und vorherigen Studien unterliegt.